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    Bezirkskrankenhaus Reutte

    Akademisches Lehrkrankenhaus der Universitäten Innsbruck und Wien. Das moderne Spital vor Ort, Ihr Ansprechpartner in allen Gesundheitsfragen

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Noch näher bei den Patientinnen mit dem Liaisondienst


Im Sommer 2018 hat das BKH Reutte einen weiteren Meilenstein in Sachen visionäres, patientInnenorientiertes Krankenhaus gesetzt: den psychiatrischen, interdisziplinären Liaisondienst. Der diplomierte Pfleger David Sprenger wird gemeinsam mit Dr. Müller-Huter und Dr. Widmoser sowie der Diplompsychologin Tanja Huber das Spektrum der PatientInnenbetreuung wesentlich um psychosomatische und psychosoziale Aspekte erweitern.


Die moderne Medizin wird immer besser und spezialisierter. Durch zunehmende Fortschritte in der Diagnostik und Behandlung von Erkrankungen sind die somatischen Behandlungsmöglichkeiten besser und differenzierter geworden. Dieser technische Blick kann den Nebeneffekt haben, dass seelische Befindlichkeitsstörungen oft weniger be- rücksichtigt werden oder erst dann, wenn die Organdiagnostik oder die Behandlung nicht zum gewünschten Erfolg geführt haben. Genau hier setzt seit Juni der Liaisondienst im BKH Reutte an: beim ganzheitlichen Blick auf die PatientInnen.


„Es geht darum, der Patientin bzw. dem Patienten bei Bedarf auch eine psychiatrische Behandlung oder Betreuung zukommen zu lassen“, so David Sprenger. Sei es, weil sie durch die Erkrankung oder den Spitalsaufenthalt psychisch belastet sind oder diese Symptome schon mitbringen – egal ob sie darüber Bescheid wissen oder nicht.


Das „Konsil“, also das Team aus behandelnden ÄrztInnen und psychiatrisch und psychologisch geschultem Personal, berät zum Beispiel über die Gabe von Psychopharmaka und passt die Behandlung im Bedarfsfall an. „Es geht aber noch viel weiter“, erklärt Sprenger. „Wenn eine Patientin oder ein Patient zum Beispiel Suizidgedanken hegt, gilt es, mit Gesprächen zu helfen. Oder wir versuchen, in Form von anderen Reaktionsmustern einen psychoedukativen Zugang zu finden, zum Beispiel bei Stress oder Belastung.“ Manchmal ist es auch notwendig, die PatientInnen über Nebenwirkungen ihrer Medikamente aufzuklären oder darüber, wie wichtig die richtige Schlafhygiene ist. Und: Was braucht die Patientin/der Patient zur Selbsthilfe?


Positive Reaktionen

Die Arbeit von David Sprenger ist interdisziplinär und steht allen Stationen zur Verfügung. „Die Kolleginnen und Kollegen reagieren super“, erzählt der 33-jährige gebürtige Vorarlberger. „Ich war gespannt, wie es sein wird, und ich freue mich, dass auf allen Stationen dieses tolle Klima herrscht. Ich habe auch das Gefühl, dass die Kolleginnen und Kollegen es positiv und als Entlastung sehen, dass es einen Ansprechpartner für diese Thematik gibt.“ Auch bei den PatientInnen ist die Resonanz durchwegs positiv. „Ich stelle mich als Pfleger mit psychiatrischer Zusatzausbildung vor und frage nach, wie es den Patientinnen und Patienten im Krankenhaus geht, ob es beispielsweise Veränderungen in ihrer Stimmung gegeben hat, ob sie sich innerlich unruhig fühlen und so weiter. Das gehört zum Gesamtpaket, das ist meine Grundhaltung. Manchmal sind die Patientinnen und Patienten anfangs ein wenig kritisch, aber ich habe noch nie eine Ablehnung erlebt, sondern eher das Gegenteil.“


David Sprenger
Bei David Sprenger laufen in Hinkunft die Fäden des Liaisondienstes im BKH Reutte zusammen.

„Unser Ziel ist die Erhöhung der Zufriedenheit bei den Patientinnen und Patienten sowie den Angehörigen und die Entlastung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Anfang ist gemacht.“


Der Vorschlag zum Liaisondienst kam vom Ärztlichen Direktor Prim. Dr. Eugen Ladner sowie vom Verwaltungsdirektor Dr. Dietmar Baron, die wiederum durch die KollegInnen in Kaufbeuren, speziell Chefarzt Dr. Putzhammer und seine Kollegin Dr. Müller-Huter, auf die Idee gebracht wurden.


Bessere Versorgung und höhere PatientInnenzufriedenheit
„Durch das Modellprojekt in Reutte mit der regelmäßigen Präsenz von Herrn David Sprenger kommt es zu einer verbesserten Versorgung von Patientinnen und Patienten, die eine psychische Störung haben bzw. sich in einer Krisensituation befinden“, weiß Dr. Müller-Huter.

„Meine Erfahrungen sind durchwegs positiv, da durch die Fachpflege eine Behandlungskontinuität für die Patientin bzw. den Patienten gegeben ist. Hervorzuheben sind die interdisziplinäre Zusammenarbeit und das gemeinsame Entwickeln von Lösungsmöglichkeiten und die Beratung der Angehörigen auf der Station. Unser Ziel ist die Erhöhung der Zufriedenheit bei den Patientinnen und Patienten sowie den Angehörigen und die Entlastung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Anfang ist gemacht.“


Auch Pflegedirektor David Heitzinger, MSc ist von den bisherigen Erfahrungen mit dem Liaisondienst angetan. „Durch die besondere geografische Lage des BKH und den Umstand, dass wir keine psychiatrische Abteilung haben, war mir wichtig, dass der psychiatrische Aspekt in dieser Form abgedeckt ist“, erklärt der Pflegedirektor. Nach einer zweimo- natigen Probephase im Juni und Juli dieses Jahres hat der Liaisondienst nun einen fixen Platz im BKH.