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    Bezirkskrankenhaus Reutte

    Akademisches Lehrkrankenhaus der Universitäten Innsbruck und Wien. Das moderne Spital vor Ort, Ihr Ansprechpartner in allen Gesundheitsfragen

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Neue Geräte in der Physiotherapie erleichtern das Atmen


Die Physiotherapie im BKH Reutte arbeitet seit einiger Zeit äußerst erfolgreich mit zwei neuen Atem-Trainingsgeräten. Damit werden Beschwerden maßgeblich erleichtert und Lungenentzündungen verhindert.


Atemtherapie

Der Acapella DH ist ein sekretmobilisierendes Atemphysiotherapiegerät, das die PEP-Therapie und Vibrationen der Luftsäule kombiniert. Die Vib- rationen helfen, das Sekret zu lösen und einfacher zu transportieren. Das Positive Airway Pressure System EzPAP® wird zur Weitung der Lungen eingesetzt, indem es die funktionelle Residual- kapazität erhöht. Dies hilft nachweislich bei der Prävention und Umkehrung von Atelektasen, also Verklebungen der Lunge. Der BKH-Kurier sprach mit dem Leiter der Physiotherapie, Jürgen Ginther, über die bisherigen Erfahrungen mit den Geräten.


Herr Ginther, wie sind Sie auf diese Geräte auf- merksam geworden?
Wir haben die Geräte bei einer Fortbildung zum Thema Frühmobilisation in Innsbruck kennenge- lernt und ich habe mir gedacht, das wäre super für unsere PatientInnen, zusätzlich in der Atemthera- pie zur Schleimlösung.


Wie kann man sich die Wirkung von Acapella vorstellen?
Es sieht so ähnlich aus wie eine Tröte, ist relativ einfach in der Anwendung und hilft den PatientIn- nen beim Atmen und bei der Schleimlösung. Die PatientInnen werden angelernt und sollen es dann eigenständig mindestens einmal am Tag machen. Viele empfinden es jedoch als so angenehm und hilfreich, dass sie es öfter anwenden, was auch gut ist. Es ist ein Einmalgerät, das heißt, wir können es dann den PatientInnen auch mit nach Hause geben.


Wie reagieren die PatientInnen darauf?

Die sind oft überrascht, wie gut es wirkt und dass wirklich etwas geht. Und daher verwenden sie es gerne. Wir setzen es derzeit schon auf der Un- fall-, der Intensiv- und der Internen Abteilung ein. Bei den Kindern wird es jetzt im Winter ein Thema werden, wenn sie mit verschleimten Atemwegen zu uns kommen.


Atemtherapie
Atemtherapie

(linkes Bild) "Acapella" ähnelt einer Tröte und kann gut selbständig von den PatientInnen gehandhabt werden.

(rechtes Bild) "EzPAP" ist etwas aufwendiger als "Acapella" und muss unter Anleitung angewendet werden.


Nun zum zweiten Atem-Trainingsgerät, dem EzPAP. Was kann man sich darunter vorstellen?

Dieses System ist etwas aufwendiger in der Hand- habung und bedarf der Betreuung durch die Phy- siotherapeutInnen. Ziele sind auch hier die Sekret- förderung und/oder Atelektasenbehandlung. Es wird entweder mit Sauerstoff oder Druckluft ge- arbeitet, wobei der Patient/die Patientin gegen den von uns eingestellten Flow ein- bzw. ausatmet. So trainieren wir zusätzlich die Atemhilfsmuskulatur, und je nachdem, welchen Effekt wir erzielen wol- len, lehren wir die PatientInnen verschiedene Atem- techniken. Als Primar Ladner das Gerät auf der In- tensivstation kennengelernt hat, war er begeistert.


Was sind die bisher von Ihnen beobachteten Erfolge?
Neben der massiven Erleichterung der Atembeschwerden bei den PatientInnen mit Problemen bei der Sauerstoffaufnahme ist es natürlich auch so, dass sie schneller wieder mobil sind und so die Pflege erleichtern. Auch die Gefährdung durch eine Lungenentzündung kann auf diese Art minimiert werden. Und wir sind auch draufgekommen, dass man EzPAP sehr erfolgreich vor Operationen ein- setzen kann, um eine bessere Sauerstoffsättigung zu erreichen.


Wo wird EzPAP zurzeit eingesetzt?

Seit Anfang des Jahres arbeiten wir mit dem EzPAP auf der Intensivstation und bei uns in der Physiotherapie. Ab Dezember haben wir die Frei- gabe, es auf den anderen Stationen verwenden zu dürfen. Sowohl für uns TherapeutInnen als auch für die PatientInnen ist es eine Erleichterung, die Atemtherapie mithilfe dieses Atemtherapiegerätes direkt vor Ort im Stationszimmer anzuwenden.


Herr Ginther, danke für das Gespräch!