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    Bezirkskrankenhaus Reutte

    Akademisches Lehrkrankenhaus der Universitäten Innsbruck und Wien. Das moderne Spital vor Ort, Ihr Ansprechpartner in allen Gesundheitsfragen

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Frühe mobilisation von intensivpatienten


BKH Reutte federführend in früher Mobilisation von IntensivpatientInnen


Mitte August 2017 gab es einen ganz besonderen Moment auf der Intensivstation des BKH Reutte. Erstmals war es dem multiprofessionellen Intensivteam gelungen, mit einer intubierten, beatmeten Intensivpatientin aufzustehen und ein paar Schritte zu gehen.


Heidi Scheiber, Stationsleiterin der Intensivstation, ist hörbar stolz, als sie von diesem denkwürdigen Moment erzählt. Immerhin wurde zwei Jahre lang auf diesen Tag hingearbeitet. „Das ist ein wahrer Quantensprung in unseren Bemühungen, Intensivpatientinnen und -patienten zu mobilisieren. Noch vor ein paar Jahren hätte man das nicht für möglich gehalten.“Dabei ist die Mobilisation neben der intensivmedizinischen Betreuung das A und O für die Genesung von PatientInnen, die wach sind und keine Schmerzen oder Ängste haben. Körperlich profitieren die Atmung, die Blutgefäße, Haut und Muskeln, das Nervensystem sowie der Verdauungstrakt davon. Die Risiken von Nebenwirkungen der Immobilität wie Thrombosen, Dekubitus (Wundliegen) und Pneumonie (Lungenenzündung) werden gesenkt. Und natürlich verbessert sich die psychische Verfassung der PatientInnen dramatisch, wenn sie sitzen, stehen oder sogar gehen können, anstatt tage- oder wochenlang liegend ans Bett gefesselt zu sein.


Auch das Krankenhaus profitiert von diesen Bemühungen, die im Normalfall die Behandlungs- und Aufenthaltsdauer der PatientInnen verkürzen und damit Ressourcen und Kosten sparen.


Feines Konzert der ExpertInnen

Damit die Mobilisation von wachen, intubierten, beatmeten IntensivpatientInnen gelingen kann, braucht es die detailliert abgestimmte Zusammenarbeit des multiprofessionellen Intensivteams: Zwei MitarbeiterInnen der Pflege, ein/e PhysiotherapeutIn und ein/e IntensivmedizinerIn müssen für diese wichtigen Minuten hundertprozentig konzentriert sein. „Es erfordert einen enormen Arbeitsaufwand und vorausschauendes Denken. Alle müssen an einem Strang ziehen“, erklärt Heidi Scheiber. „Jeder Handgriff und jede Bewegung muss geplant sein, Schläuche und Zugänge und auch sonstige Sicherheitsrisiken müssen überprüft sein. Und natürlich müssen nötige Hilfsmittel wie zum Beispiel Gehbock oder Querbettsessel bereitstehen.“


Um 09:30 wird mobilisiert!

Daher ist nun täglich um 9.30 Uhr fixer Termin des multiprofessionellen Intensivteams zur Mobilisation auf der Intensivstation. Dass mittlerweile alle intubierten PatientInnen, die zur Mobilisation geeignet sind, auch in den Genuss derselben kommen, war nicht immer selbstverständlich. „Als wir vor zwei Jahren auf Initiative von Primar Ladner mit dem Projekt begonnen haben, hat es nicht nur an Erfahrung gefehlt, sondern oft auch an der Einsicht, dass man derart großen Aufwand betreiben soll, damit eine Patientin oder ein Patient ein paar Minuten bewegt wird“, erzählt Heidi Scheiber von den mühevollen Anfängen. Mittlerweile gibt es ein funktionierendes Scoring-System, und die Notwendigkeit der Mobilisierung ist in den Köpfen aller Beteiligten angekommen. „Dafür möchte ich dem multiprofes- sionellen Team ein dickes Dankeschön sagen“, so die Leiterin des Pflegedienstes der Intensivstation. Und ein ebenso großes Danke kommt von den PatientInnen und ihren Angehörigen für das Bemühen um die rasche Genesung.


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