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    Bezirkskrankenhaus Reutte

    Akademisches Lehrkrankenhaus der Universitäten Innsbruck und Wien. Das moderne Spital vor Ort, Ihr Ansprechpartner in allen Gesundheitsfragen

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Babys und Mütter profitieren massiv


Die Zahl der geplanten Kaiserschnitte ist kontinuierlich im Steigen begriffen und beträgt aktuell im BKH Reutte knapp 30 Prozent. Gleichzeitig weiß man um die Bedeutung, sofort nach der Geburt die Möglichkeit zum „Bonding“ zu schaffen, damit das Baby einen in vielerlei Hinsicht besseren Start ins Leben erhält. Dementsprechend wurde im BKH das Prozedere nach einer Sectio verändert.


Natürlich wurde auch schon bisher darauf Wert gelegt, dass Mutter und Neugeborenes gleich nach der Geburt Kontakt miteinander haben können. Doch nach wenigen Minuten musste das Baby aus dem relativ kühlen OP zu den Untersuchungen gebracht werden und verblieb dann beim Vater, bis die Mutter nach ungefähr zwei Stunden aus dem Aufwachraum verlegt werden konnte.


„Wir wissen aber mittlerweile, wie wichtig ein intensives Bonding gleich nach der Geburt ist“, erklärt Gynäkologie-Primar Dr. Gerald Pinzger. „Es scheint, dass Blickkontakt, die Berührung, die Stimme und überhaupt die gute Energie in diesen Minuten nach der Geburt den Stress für das Baby massiv verringern. Atemstörungen und schlechte Herzwerte sind dann viel seltener und die Apgar-Werte besser.“ Da Kaiserschnitt-Kinder in diesen Bereichen ohnehin gefährdeter sind als konventionell geborene Babys, ist die Möglichkeit zum intensiven Bonding umso wichtiger.


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Das geburtshilfliche Team des BKH Reutte rund um Primar Pinzger versucht, auch bei Sectio-Geburten das bestmögliche Bonding zwischen Mutter und Baby zu gewährleisten.

Geplante Verbesserungen


Das erklärte und ehrgeizige Ziel von Primar Pinzger und dem Ärztlichen Leiter Primar Eugen Ladner ist daher: die Trennung von Mutter und Kind so weit als möglich zu verkürzen. „Der Wunsch wäre, dass Mutter und Kind überhaupt nicht mehr getrennt werden“, präzisiert Gerald Pinzger.

„Die ersten Schritte in diese Richtung wurden mit der Richtlinie „Sectio Neu – Bonding“ eingeleitet. Neben genauen Vorgaben hinsichtlich Medikation und Prozedere vor, während und nach dem Aufenthalt im OP wird hier auch betont, dass „Bonding-Förderung“ innerhalb der Familie durch eine möglichst kurze Trennung von Mutter und Kind stattfinden soll. Das heißt, Mutter und Kind wird, so bald es geht, im OP-Saal Hautkontakt ermöglicht, das Kind bleibt bei der Mutter, bis die Operation beendet ist. Dann wird das Baby wegen der Umlagerung der Mutter an den Vater übergeben“, fasst Prim. Eugen Ladner zusammen.


Geänderter Ablauf zum Wohle des Kindes


Natürlich hatte das einige Umstellungen und Veränderungen bei den handelnden Personen zur Folge. Das Baby muss zum Beispiel mittels Wärmefolie vor Untertemperatur im OP, wo nur 19 bis 21 Grad Celsius herrschen, geschützt werden. Da die



Die Akzeptanz von Bonding hat sich deutlich verbessert, seit alle den Erfolg sehen und erleben, wie wertvoll es für die Beziehung zwischen Mutter und Kind ist.



Mütter die Aufwachstation ehestmöglich verlassen wollen und sollen, müssen die Überwachung und Schmerzmittelgabe auf der Station erfolgen. „Anfangs gab es einige reservierte Haltungen zu den Veränderungen. Aber jetzt, wo alle den Erfolg sehen und erleben, wie wertvoll es für die Beziehung zwischen Mutter und Kind ist, hat sich die Akzeptanz verbessert“, erzählt Primar Pinzger. „Und mein Wunsch wäre es ja, auch mit der Erstuntersuchung des Babys zuzuwarten, wenn es dem Kind gut geht.“


Info

Der Begriff „Bonding“ wurde aus dem englischen Sprachgebrauch ins Deutsche übernommen. „To bond“ bedeutet übersetzt so viel wie „zusammenkleben“, „zusammenschweißen“, „verbinden“. Umgelegt auf die Beziehung von Mutter und Kind heißt das, dass beide die Möglichkeit bekommen sollen, sich so früh wie möglich (idealerweise in den ersten zwei Stunden nach der Geburt) miteinander zu verbinden.