Erfolgsmodell psychiatrischer Liaisondienst interdisziplinär

Seit einem Jahr gibt es am BKH den psychiatrischen Liaisondienst interdisziplinär. Diese Erweiterung der Patientenbetreuung um psychosomatische und psychosoziale Aspekte hat sich bestens bewährt – sowohl bei den
PatientInnen als auch in der Kollegenschaft.

Durch das Modellprojekt in Reutte kommt es zu einer verbesserten Versorgung von PatientInnen mit einer psychischen Störung oder jenen, die sich in einer Krisensituation befinden. Wichtig dabei sind die interdisziplinäre Zusammenarbeit auf der Station und das gemeinsame Entwickeln von Lösungsmöglichkeiten, wobei das Ziel die Erhöhung der Zufriedenheit bei den PatientInnen und ihren Angehörigen sowie die Entlastung der MitarbeiterInnen ist.

„Die Bilanz nach einem Jahr ist absolut positiv“, so DGKP David Sprenger, bei dem die Fäden des interdisziplinären Liaisondienstes zusammenlaufen. „Die Zusammenarbeit mit Dr.in Petra Müller-Huter vom BKH Kaufbeuren und Dr. Hansjörg Wiedmoser vom LKH Hall sowie der klinischen Psychologin Mag.a Tanja Huber läuft großartig. Auch die Stationen haben das Angebot toll angenommen und fordern den Liaisondienst rasch an, wenn dringend gehandelt werden muss.“

Über das Jahr hat sich ein geregelter Ablauf eingespielt, sowohl in akuten Situationen als auch bei Kriseninterventionen und bei der Mitbeurteilung von ambulanten Fällen.

„Wir betreuen ein breites Spektrum an Krankheitsbildern, von Depressionen, deliranten Zustandsbildern, Suizidalität, wahnhaften Störungen bis hin zu Suchterkrankungen“, resümiert DGKP David Sprenger. „Doch es geht oft auch um akute depressive Episoden durch die Belastungsfaktoren Krankheit, berufliche Situation, familiäre Situation.“ Meist wird der psychiatrische Liaisondienst mehrmals täglich angefordert.

Verbesserungspotenzial sieht David Sprenger noch in gewissen Abläufen, vor allem wenn er nicht anwesend ist. „Hier versuchen wir uns bei Fallbesprechungen weiterzuentwickeln. Auch hausinterne Fortbildungen erhöhen das Basiswissen und schärfen das Sensorium. Prinzipiell herrscht bei den Abteilungsleitungen eine gute Bereitschaft, für die ich mich auch herzlich bedanken möchte.“

Bei der Untersuchung wurden auch Verbesserungswünsche oder Ergänzungen abgefragt. Hier gab es den Wunsch nach mehr Kinästhetik-Schulungen, und
auch die Frage nach dem Umgang mit dem ableben einer gepflegten Person wurde gestellt. Der Wunsch nach weiteren Terminen wurde von den
Befragten am häufigsten ausgesprochen. Pflegedirektor David Heitzinger, MMSc. betont dazu: „Diese Evaluierung ist ein extrem wertvoller Beitrag,
um die Schulungen noch weiter zu entwickeln und den Bedürfnissen der pflegenden Angehörigen noch besser gerecht zu werden. Wir danken den
Studentinnen für ihr Engagement und werden das Angebot noch weiterentwickeln."

Der psychiatrische Liaisondienst interdisziplinär hat sich im
ersten Jahr seines Bestehens zu einer wichtigen Bereicherung in
der Betreuung im BKH Reutte entwickelt